Symposium Dysphagie 2027
Wissen vertiefen · Perspektiven erweitern · Praxis fokussieren

Beim Symposium Dysphagie 2027 erwartet Sie ein abwechslungsreicher und kompakter Online-Fortbildungstag mit spannenden Fachvorträgen und praxisnahen Einblicken in aktuelle Entwicklungen der Versorgung von PatientInnen mit Dysphagie.

Schwerpunkte sind die evidenzbasierte Entscheidungsfindung der aktuellen Diagnostik und Therapie, das Trachealkanülenmanagement, die Atem-Schluck-Koordination, neue therapeutische Möglichkeiten bei neurogener Dysphagie, klinische Fallbeispiele sowie die schlucktherapeutische Begleitung von Menschen mit seltenen Erkrankungen wie der Ösophagusatresie.

Die Vorträge verbinden wissenschaftliche Aktualität mit konkretem Praxisbezug und bieten wertvolle Impulse für den Berufsalltag. Profitieren Sie von neuesten Erkenntnissen, diskutieren Sie aktuelle Kontroversen und tauschen Sie sich mit Kolleginnen und Kollegen aus.

Freuen Sie sich auf:

  • aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse rund um Diagnostik und Therapie von Dysphagien
  • Trachealkanülenmanagement
  • Einblicke in die ösophageale Dysphagie
  • Impulse für evidenzbasierte und patientenzentrierte Entscheidungen
  • Austausch und Vernetzung mit Expertinnen, Experten und Fachkolleginnen und -kollegen

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Symposium Dysphagie 2027

Donnerstag, 23. September 2027
Programm

09.00 UhrProf. Dr. Stefanie Duchac
Evidenz ≠ Evidenz: Was zählt wirklich in der Dysphagietherapie?
10.30 UhrPause
10.45 UhrDr. Martin Fuchs
Wenn Schlucken zum Problem wird: Diagnostik und Management der Dysphagie
11.50 UhrYasmin Krischock
Trachealkanülenmanagement bei Patienten mit Dysphagie
12.50 UhrMittagspause
13.45 UhrDr. Ulrike Frank
Atmen und Schlucken interaktiv: Diagnostik und Therapie der Atem-Schluck-Koordiation
14.50 UhrDr. Eliane Lüthi-Müller
Therapeutischer Nutzen von Capsaicin bei neurogener Dysphagie
15.50 UhrPause
16.05 UhrDina Roos
Zeitnah verbesserte Auslösung der Schluckreaktion durch funktionelle Steigerung intraoralen Unterdrucks – Verdeutlichung anhand von 4 Einzelfallstudien
17.10 UhrSandra Bergmann
Von Anastomose bis Steckenbleiber – Basics zur Ösophagusatresie für die schlucktherapeutische Praxis
18.10 UhrEnde

Prof. Dr. Stefanie Duchac 9:00 Uhr
Prof. Dr. Stefanie Duchac
Evidenz ≠ Evidenz: Was zählt wirklich in der Dysphagietherapie?

Evidenzbasierte Dysphagietherapie gilt heute als fachlicher Standard. Doch was bedeutet „evidenzbasiert“ eigentlich im klinischen Alltag? Häufig wird der Begriff auf Studien, Leitlinien und randomisierte kontrollierte Studien reduziert. Gerade in der Dysphagietherapie stößt dieses Verständnis jedoch an Grenzen: Die Evidenzlage ist in vielen Bereichen begrenzt, Patient sind hoch individuell, und therapeutische Entscheidungen betreffen nicht nur Sicherheit und Funktion, sondern auch Autonomie, Teilhabe und Lebensqualität.

Der Vortrag gibt zunächst einen Überblick über den aktuellen Stand evidenzbasierter Dysphagietherapie und beleuchtet zentrale Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen. Leitlinien, systematische Reviews und klinische Studien bilden einen zentralen Pfeiler moderner Dysphagietherapie und tragen wesentlich zur Qualität, Transparenz und Weiterentwicklung der Versorgung bei. Evidenzbasiertes Arbeiten bedeutet jedoch nicht nur, Forschungsergebnisse zu kennen, sondern auch ihre Aussagekraft, Grenzen und Übertragbarkeit auf die individuelle klinische Situation kritisch zu bewerten und angemessen zu interpretieren. Dabei wird deutlich, dass moderne evidenzbasierte Praxis weit mehr umfasst als die Anwendung externer Forschungsergebnisse. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von externer Evidenz, klinischer Expertise und den Werten, Präferenzen sowie Lebenszielen der Patienten.

Anhand typischer Entscheidungssituationen aus der Dysphagietherapie wird aufgezeigt, wie unterschiedliche Evidenzquellen in der Praxis zusammengeführt werden können und warum evidenzbasiertes Arbeiten nicht bedeutet, Studienergebnisse unreflektiert umzusetzen. Der Fokus liegt auf Clinical Reasoning als Kernkompetenz professionellen Handelns: Wie lassen sich widersprüchliche Evidenzen bewerten? Wie können Risiken und Unsicherheiten transparent kommuniziert werden? Und wie gelingt Shared Decision Making auch unter komplexen Rahmenbedingungen?

Der Vortrag lädt dazu ein, den Evidenzbegriff differenziert zu betrachten und evidenzbasierte Dysphagietherapie als reflektierten Entscheidungsprozess zu verstehen – wissenschaftlich fundiert, patientenzentriert und professionell verantwortungsvoll.


Dr. Martin Fuchs 10:45 Uhr
Dr. Martin Fuchs
Wenn Schlucken zum Problem wird: Diagnostik und Management der Dysphagie

Schluckstörungen sind häufig. 7 % der Gesamtbevölkerung und bis zu 60 % der Bewohner in Altenheimen klagen über Dysphagie. Neben den neurologischen Schluckstörungen hat die ösophagealen Dysphagie eine wichtige Bedeutung. Endoskopische Therapieverfahren bei einem Zenker’schen Divertikel oder einer Achalasie sind fest etabliert, sie können aber auch bei der Gastroparese hilfreich sein. Eine eosinophile Ösophagitis darf nicht übersehen werden. Klinik und Diagnostik sind nicht immer wegweisend und einfach behandelbar.

In diesem Beitrag werden Diagnostik und Therapie von ösophagealen und gastralen Motilitätsstörungen (Zenker’sches Divertikel, Achalasie, Gastroparese) und die eosinophile Ösophagitis besprochen.


Yasmin Krischock 11:50 Uhr
Yasmin Krischock
Trachealkanülenmanagement bei Patienten mit Dysphagie

Aktuell leben in Deutschland 400.00 Menschen mit der Parkinson Erkrankung. Ihre Zahl wird in den kommenden Jahren nach Schätzungen auf 600.00 ansteigen. 95% dieser Menschen werden im Laufe ihrer Erkrankung erhebliche Einschränkungen ihrerKommunikationsfähigkeit durch eine Dysarthrie erleiden. Eine zunehmende Herausforderungen für alle KollegInnen, die neurologisch bedingte Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen behandeln und damit einen extrem wichtigen Beitrag zur Lebensqualität der Betroffenen leisten.

Im Vortrag wird die LSVT LOUD Therapie als evidenzbasierte, aktivierende Methode vorgestellt, die als Intensivtherapie mit 16 Therapieeinheiten meist in den Hoehn & YahrStadien 2-3 eingesetzt, den Betroffenen bereits schnell zu einer besseren Verständlichkeit verhilft, und deren Therapieerfolg bis zu zwei Jahre ohne weitere Behandlung anhält.


Dr. Ulrike Frank 13:45 Uhr
Dr. Ulrike Frank
Atmen und Schlucken interaktiv: Diagnostik und Therapie der Atem-Schluck-Koordiation

Atmung und Schlucken, was hat das miteinander zu tun? Die Forschung der letzten Jahre zeigt, was Dysphagietherapeuten schon seit Langem klar ist: Diese beiden Funktionen sind sehr eng miteinander koordiniert und Störungen der Atemfunktion können zu erheblichen Einschränkungen in vielen Bereichen der Schluckfunktion führen.

In diesem Beitrag werden funktionelle Zusammenhänge der Atmung und Schluckfunktion erläutert. Ziel ist, den Teilnehmern ein grundlegendes praxisbezogenes Verständnis der klinischen Relevanz der Atem-Schluck-Koordination zu vermitteln und ein kleines Repertoire verschiedener geeigneter diagnostischer und therapeutischer Methoden vorzustellen.


Dr. Eliane Lüthi-Müller 14:50 Uhr
Dr. Eliane Lüthi-Müller
Therapeutischer Nutzen von Capsaicin bei neurogener Dysphagie

Bei neurogener Dysphagie ist neben der Schluck- häufig auch die Hustenfunktion beeinträchtigt. Die damit assoziierten Defizite im Schutzsystem der Atemwege können schwerwiegende Folgen für die Gesundheit und Lebensqualität der Betroffenen haben. Dazu gehört die Aspirationspneumonie, eine der häufigsten Todesursachen bei neurogener Dysphagie.

In der Behandlung dieser protektiven Defizite und in der Prävention von Aspirationspneumonien hat sich in den vergangenen Jahren ein vielseitiger Wirkstoff etabliert: das aus den Früchten der Chilipflanze gewonnene Capsaicin.

Der Vortrag gibt einen umfassenden Einblick in seine verschiedenen Anwendungsformen und beleuchtet Chancen und Grenzen anhand von Fallbeispielen aus dem eigenen Klinikalltag.


Dina Roos 16:05 Uhr
Dina Roos
Zeitnah verbesserte Auslösung der Schluckreaktion durch funktionelle Steigerung intraoralen Unterdrucks – Verdeutlichung anhand von 4 Einzelfallstudien

Seit über 20 Jahren stoße ich in meinem beruflichen Alltag bei der Diagnostik und Behandlung von Dysphagien auf die Muskelsynergie, die ich im Rahmen meiner Castillio-Morales-Weiterbildung als Buccinatorkette kennengelernt habe.

Als eines der vordergründigen Symptome bei neurogenen Dysphagien zeigt sich die erschwerte, verzögerte oder ausbleibende Auslösung der Schluckreaktion. Anhand von Einzelfallstudien zeige ich auf, was ich im beruflichen Alltag als Dysphagietherapeutin in der Diagnostik und zielführenden Behandlung der verzögerten Auslösung von Schluckreaktionen jeden Tag erlebe.

Nach meinem jetzigen Informationsstand gibt es hierzu noch keine randomisierten, kontrollierten Studien. Aber nach über 25 Jahren Berufserfahrung mit dysphagischen Patienten ist es mir ein Anliegen, die effiziente funktionelle Arbeit mit dieser Muskelsynergie mehr in unser therapeutisches Bewusstsein zu rücken.


Sandra Bergmann 17:10 Uhr
Sandra Bergmann
Von Anastomose bis Steckenbleiber – Basics zur Ösophagusatresie für die schlucktherapeutische Praxis

Die Ösophagusatresie ist eine angeborene Fehlbildung, bei der die Speiseröhre nicht durchgängig angelegt ist. Statistisch ist eines von 4000 Neugeborenen in Europa betroffen. Damit gehört die Ösophagusatresie zu den seltenen Erkrankungen (Rare Diseases).

Heute ist die operative Korrektur der Fehlbildung gut möglich, daher geht es mittel- und langfristig v.a. um die Lebensqualität der betroffenen Kinder und späteren Erwachsenen. Die mit der Ösophagusatresie einhergehenden Probleme beim Schlucken und der individuelle Verlauf der Trink- und Essentwicklung rufen aber auch die Schlucktherapie auf den Plan.

In diesem Vortrag soll das Krankheitsbild aus therapeutischer Sicht skizziert werden. Neben den Eckpunkten von Geburt bis ins Erwachsenenleben soll erstes Wissen für die therapeutische und notwendige multiprofessionelle Arbeit angeboten werden.


Unterrichtseinheiten und Fortbildungspunkte

  • 10 UE, 6 FBP

KOSTEN

  • 250,- Euro
  • 15 % Rabatt bei 3 aus einer Praxis
  • 20 % für Studenten/Schüler

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Seminar-Nr.: SYM-2709-O

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Unser Flyer zum Download

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