Kongress Sprechapraxie

Der erste internationale Kongress am 30. & 31. Mai 2019

Bei dem Begriff „Sprechapraxie“ haben die meisten TherapeutInnen das Bild eines Patienten mit Aphasie und kombinierter Sprechapraxie im Kopf. Das kann dazu führen, dem apraktischen Anteil nur wenig Bedeutung beizumessen. Dabei ist die Sprechapraxie in 9% der Fälle erworbener Sprechstörungen sogar das dominierende Störungsbild und stellt für Betroffene eine starke Belastung dar. Die Frustration dabei, zu merken, dass eigentlich selbstverständliche Sprechabläufe nicht wie gewohnt funktionieren und der eigene Körper nicht gehorcht kann immens sein. Hinzu kommen die drohende Gefahr der Abhängigkeit von Angehörigen sowie der soziale Rückzug. Die kindliche Sprechapraxie (Verbale Entwicklungsdyspraxie, VED) unterscheidet sich in der Genese und in den Symptomen von der erworbenen Apraxie, hat aber nicht minder schwere Folgen für die kommunikativen Fähigkeiten und die Teilhabe der kleinen PatientInnen. Eine Sprachtherapie hilft und kann sogar bei einer schweren Form der erworbenen Sprechapraxie Verbesserungen erzielen.

Aus diesen Gründen war es uns von LOGUAN eine Herzensangelegenheit, diesem wichtigen Thema einen eigenen Kongress zu widmen. Deshalb haben wir zwei Tage im Mai unseren ersten internationalen Sprechapraxie-Kongresss.

Eine Kombination aus Seminaren & Workshops

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Zeitplan

Kindliche Sprechapraxie VED, Donnerstag, 30. Mai 2019

  8.00 Einlass
  ab 8.15 Anmeldung zum Kongress
  9.00 Beate Birner-Janusch: Begrüßung
01_seminar 9.10 Prof. Dr. Kirrie Ballard General overview of the international state of the art - assessment and treatment of children (Englisch mit Übersetzung)
01_seminar 10.15 Beate Birner-Janusch Überblick über die Therapie der
kindlichen Sprechapraxie im deutschen Sprachraum
  10.50 Kaffeepause (ggf. mit Posterausstellung)
01_seminar 11.20 Ulrike Becker-Redding, Spezielle Verfahren: KoArt
01_seminar 11.55 Renate Meir und Julia Urban-Maier, Spezielle Verfahren: McGinnis Mod.
01_seminar 12.30 Ingrid van Dijk, Prognose und Verlauf bis ins Erwachsenenalter
  13.00 Mittagspause mit Mittagessen
01_workshop 14.00 Workshop 1
  15.30 Kaffeepause
01_workshop 16.00 Workshop 2
  17.30 Stellenbörse
  18.00 Ende des ersten Kongresstages
  18.30 Nachtwächterführung durch Ulm mit anschließendem Get-together (zusätzlich buchbar)

 

Erworbene Sprechapraxie, Freitag, 31. Mai 2019

  8.00 Einlass
  ab 8.15 Anmeldung zum Kongress
  9.00 Beate Birner-Janusch: Begrüßung
02_seminar 9.10 Prof. Dr. Kirrie Ballard, General overview of the international state of the art - assessment and treatment of adults (Englisch mit Übersetzung)
02_seminar 10.00 Prof. Dr. Herrmann Ackermann Anatomische Korrelate der Sprechapraxie
  10.30 Kaffeepause (ggf. mit Posterausstellung)
02_seminar 11.00 Dr. Shannon Mauszycki Therapy and international evidence based practice (Englisch mit Übersetzung)
02_seminar 11.30 Dr. Ingrid Aichert Evidenz-basiertes Arbeiten in der Therapie der Sprechapraxie
02_seminar 12.00 Hanna Jakob und Mona Späth
Apps in der Sprechapraxietherapie
02_seminar 12.30 Prof. Dr. Katharina Dressel und Inga Lange, Sprechapraxie bei Demenz
  13.00 Mittagspause mit Mittagessen
02_workshop 14.00 Workshop 3
  15.30 Kaffeepause
02_workshop 16.00 Workshop 4
  17.00 Stellenbörse
  18.00 Ende des ersten Kongresstages

 

 

Dozenten

Workshop 1 und Workshop 2

Bitte wählen Sie aus folgenden parallelen Workshops vier (Ihre beiden Favoriten, sowie zwei Alternativen) aus. Jeder Workshop wird jeweils um 14.00 und um 15.30 angeboten.

Donnerstag, 30. Mai 2019

In der Regel sind diadochokinetische Übungen nicht attraktiv, aber sehr effe ktiv in der Behandlung von einer verbalen Dyspraxie bei Kindern. Wie können Sie diese Übungen in Spielformen umwandeln, sodass das intensive Üben und Wiederholen sogar Spaß macht? In diesem Workshop lernen Sie die Möglichkeiten kennen und selbst entdecken.

Ulrike Becker-Redding, Der Ansatz zur Behandlung von SAX und sprechmotorisch begründeten Aussprachestörungen gehört zu den sogenannten einzellautorientierten Ansätzen. Schwerpunkt ist die Arbeit auf Silbenebene, nach koartikulatorischen Zusammenhängen und den Sprechbewegungsebenen ausgerichtet.

Beate Birner-Janusch, Ein wichtiges Prinzip des motorischen Lernens in der Therapie der kindlichen Sprechapraxie ist die Möglichkeit, das zu Lernende ausreichend oft zu wiederholen. Das kann für das Kind wie für die Therapeutin sehr ermüdend und somit weniger zielführend sein. Im Workshop werden didaktische Ideen vorgestellt und gemeinsam erarbeitet, wie in der Therapie Wiederholungsmöglichkeiten geschaffen werden können, die eine möglichst freiwillige und freudige Wiederholung des Übungsmaterials für den kindlichen Patienten ermöglichen.

Dr. Carina Lüke, Methoden der UK können effektiv zur Verbesserung der kommunikativen und sprachlichen Fähigkeiten von Kindern mit stark ausgeprägter kindlicher Sprechapraxie beitragen. Innerhalb des Workshops werden diese Methoden sowie ein Therapieansatz zum Konzeptionellen Einbezug von Methoden der UK in die Sprachtherapie (KEMUKS) vorgestellt.

Renate Meir und Julia Urban-Maier, Die TeilnehmerInnen erhalten einen praktischen Stundeneinblick mit anschließender Diskussionsmöglichkeit. Schwerpunkte der Methode werden anhand des Therapiematerials herausgearbeitet und damit vertieft. Alle TeilnehmerInnen des Workshops erhalten die Liste der Assoziationsbilder und Vorschläge für Spielvarianten.

Isolde Wurzer, Bei der sprechdyspraktischen Störung der VED greifen Lautgesten wie ein Zahnrad passgenau. Sie helfen mit den Händen, was der Mund alleine nicht kann. Die TeilnehmerInnen lernen die optimierten Lautgesten und ihre Wirkung und üben einige Techniken, um Laute zu Silben zu verbinden und in den Wortaufbau einzusteigen.

Sabrina Beer, Eine VED schränkt die Ausdrucksmöglichkeit ein. Der Einsatz von UK ermöglicht es, sich entsprechend dem Entwicklungsstand mitzuteilen. Das Resultat: eine verbesserte Teilhabe und die Reduktion psychosozialer Folgen. UK dient als „Brücke“ bis die expressive Sprachleistung ausreicht. Es werden Möglichkeiten vorgestellt, die die Verständigung erleichtern.

Petra Klindworth und Anja Dahl-Kümmel, Die Referentinnen haben vorhandene logopädische Spiele modifiziert, um sie für die Therapie der VED nutzen zu können. Entstanden ist ein Ideen-Koffer mit dem besonders der hohen Wiederholungsrate der Laute und Lautverbindungen Rechnung getragen wird, die wesentliches Merkmal der VED-Therapie ist. Schwerpunkt des Workshops ist das Entdecken und Ausprobieren von ausgewählten Spielen aus der Sammlung.

Freitag, 31. Mai 2019

Workshop 3 und Workshop 4

Bitte wählen Sie aus folgenden parallelen Workshops vier (Ihre beiden Favoriten, sowie zwei Alternativen) aus. Jeder Workshop wird jeweils um 14.00 und um 15.30 Uhr angeboten. Mit Ausnahme der beiden Workshops von Beate Birner-Janusch, die jeweils nur einmal angeboten werden und dem Workshop von Dr. Shannon Mauszycki, der einmal mit Übersetzung und einmal nur auf englisch angeboten wird.

Hanna Jakob und Mona Späth, Thema des Seminars ist der Einsatz von Tablet-Computern in der Therapie von PatientInnen mit Aphasie und Sprechapraxie. Zunächst werden die Effektivität von und die Anforderungen an eine computergestützte Therapie erörtert. Anschließend wird das neue digitale Therapiesystem „neolexon“ vorgestellt, das an der Universität München entwickelt wurde und mit dem individuelle Übungsinhalte am Tablet umgesetzt werden können.

Dr. Ingrid Aichert, Der Workshop beschäftigt sich mit der Frage, welche Faktoren die Auswahl geeigneter Verfahren in der Therapie der Sprechapraxie leiten sollen. Es werden Wegweiser aufgezeigt, wie auf der Basis eines mehrgliedrigen Entscheidungsprozesses (z.B. externe Evidenz, klinische Expertise) eine individuelle Therapie wirksam gestaltet werden kann.

Sabrina Beer, Eine SAX beeinträchtigt die PatientInnen in ihrer Kommunikation. Bis ihre Lautsprache ausreicht,
können Möglichkeiten aus der UK dabei helfen sie in ihrer Kommunikation zu stärken. Es werden Möglichkeiten vorgestellt, die die Verständigung ermöglichen und die Therapie unterstützen. Der Weg der Versorgung wird aufgezeigt.

Dina Roos, Anhand von zwei Patientenbeispielen wird dargestellt, was Menschen, die als austherapiert aus der Reha entlassen worden waren, erreicht haben, nachdem eine Kombination aus sprechapraktischer und aphasietherapeutischer Intervention angeboten wurde. Ziel dieses Workshops ist es, Sie für sprechapraktisches Mitwirken zu sensibilisieren, um das Interventionsspektrum, das wir unseren PatientInnen anbieten können, zu erweitern.

Pete Guy Spencer, Theoretischer Input zum Einstieg:

  • Theater als Therapie einer Sprechapraxie?
  • Voraussetzungen der/s TherapeutInnen und der Menschen mit Sprach-/Sprechbeeinträchtigung
  • Aufbau einer Therapieeinheit mit Theater

Danach geht es ganz praktisch um Theaterübungen, Warm-up’s, Pantomimen, Improvisationen und Stückgestaltung – ein echter Workshop.

Beate Birner-Janusch, TAKTKIN® als taktil-kinästhetisches Verfahren in der Behandlung sprechmotorischer Störungen wird im Workshop theoretisch wie mit ersten Selbsterfahrungsübungen in der Behandlung erworbener Störungen bei Erwachsenen vorgestellt. Modelltheoretische und neurophysiologische Hintergründe des Verfahrens werden erläutert und veranschaulicht. Studien für den Einsatz im deutschen Sprachraum fundieren den Workshop.

Beate Birner-Janusch, Die Melodische Intonationstherapie ist ein Therapieansatz, der bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde. Seit 2008 haben sich verstärkt neue Evidenzen für seine Wirksamkeit und Hypothesen für die Wirksamkeitsmechanismen bei Sprechapraxie ergeben. Im Workshop werden die (neurophysiologischen) Hintergründe des Verfahrens beleuchtet und erste Übungen zur Anwendung in Partnerübungen durchgeführt.

Dieser Workshop wird auf Englisch mit Übersetzung angeboten

Dr. Shannon Mauszycki, In diesem Workshop wird eine Übersicht über das Vorgehen mit dem Sound Production Treatment (SPT) gegeben und die  Behandlungshierachie vorgestellt. Es wird ein Ansatz erläutert, mit dem Sie individuell an den PatientInnen angepasste Stimuli auswählen können. Außerdem wird ein Plan zur Erfassung der Ergebnisse durch die SPT skizziert.

Dieser Workshop wird nur auf Englisch angeboten

Dr. Shannon Mauszycki, This workshop will provide an overview of Sound Production Treatment (SPT) protocol and the administration of the treatment hierarchy. It will outline the approach for selecting treatment stimuli tailored for each individual patient. Also, a plan for measuring the outcomes of SPT will be addressed.

Kosten

Sie haben die Auswahl!

  • Teilnahme an beiden Tagen
    Fortbildungspunkte: Vorträge + 4 Workshops
    Gebühr 270€
  • Teilnahme an Tag 1: Kindliche Sprechapraxie VED
    Fortbildungspunkte: Vorträge + 2 Workshops
    Gebühr 150€
  • Teilnahme an Tag 2: Erworbene Sprechapraxie
    Fortbildungspunkte: Vorträge + 2 Workshops
    Gebühr 150€
  • Nachtwächterführung Ulm mit anschließendem Get-together
    Gebühr 25€ (Stadtführung und Buffet, Getränke nicht enthalten)


Für Studenten/Schülerrabatt gibt es 20%. Ab 3 Teilnehmer pro Einrichtung gibt es 20% Rabatt.

Im Seminarpreis sind Getränke und Speisen enthalten.

Anmeldung

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